East Asia

Vom Schlafen, Fahren und Essen

Wo finde ich für heute ein Dach über dem Kopf? Wie komme ich von A nach B? Was gibt es heute zu essen? Zuhause, da sind solche Fragen ein Kinderspiel. Aber auf Reisen, da mutieren diese einfachsten Dinge manchmal zu Herausforderungen oder Geduldsproben. Naja, natürlich nicht immer. Jetzt zum Beispiel gerade nicht, denn wir sind in Japan. Da ist alles organisiert und trotzdem ziemlich anders. Drei Anekdoten vom Schlafen, Fahren und Essen in Japan.

Eine Nacht im Bienenbau

Kapselhotel

Eigentlich sind sie für Geschäftsmänner gemacht. Geschäftsmänner die wegen einem Meeting den letzten Zug verpasst haben. Oder für Geschäftsmänner, die zu betrunken waren, um den Bahnhof noch zu finden. Auf uns trifft zwar gerade beides nicht zu, trotzdem gehen wir dahin, wo japanische Geschäftsmänner eben in einer solchen Situation hingehen. Wir mögen die Dinge einfach und durchdacht. Einfache Dinge treffen wir oft auf unserer Reise, durchdachte eher selten. Die Kapselhotels in Japan sind da eine Ausnahme, sie sind nämlich beides. Eine Nacht im Kapselhotel, das geht in etwa so:

  • Der Check-In dauert nur ein paar Sekunden. Wir lassen unser komplettes (!) Gepäck am Empfang und erhalten als Gegenleistung pro Person ein Schlüssel
  • Ab nun gehen wir getrennte Wege. Michu darf nämlich nur in den schwarzen, Doris nur in den roten Aufzug. (Kapselhotels sind eigentlich nur für Männer, weil ja nur Männer die oben erwähnten Probleme haben können. Klar oder? 😉 Jedenfalls finden wir erst mit etwas herumfragen ein Kapselhotel, das auch Frauen akzeptiert und sich somit die Frage erübrigte, wie sich Doris am besten als Mann verkleiden sollte)
  • Per Lift geht es in die Duschetage. Hier suchen wir das zum Schlüssel passenden Schliessfach. Darin befindet sich alles, was wir für die Nacht benötigen: Ein Pyjama in Einheitsgrösse (sexy), ein Duschtuch sowie eine Zahnbürste mit Zahnpasta
  • Dann wird geonst (Onsen, das ist die japanische Art zu duschen und baden)
  • Nun das Highlight: Mit dem Aufzug geht es tief in den Bienenbau, wo man sich seine Wabe, äh Kapsel sucht. Reinschlüpfen, entspannen, schlafen. Geweckt werden wir von der Tageslichtanimation in der Kapsel – klar oder? 😉
  • Ausgeschlafen und voller Energie tauschen wir an der Rezeption die Schüssel gegen unser Gepäck zurück und sind bereit Kyoto zu entdecken

ride the bullet train

Shinkansen

Die Schweiz hat keine. Europa ein paar wenige. China baut ganz viele. Doch nur in Japan sind sie cool! Es braucht schon ziemlich viel, damit die Sozialarbeiterin wegen eines Zuges gleich mehrfach den eigenen Zug verpasst. Die Shinkansen sind schuld, sie haben es ihr angetan. Shinkansen, so heissen die japanischen Hochgeschwindigkeitszüge. Für Strecken wie Bern-Zürich kommen und gehen sie fast im Minutentakt.

Normalerweise gurken wir im Nachtbus durch Japan. Wir wollen uns nicht beschweren, dieses Schicksal ist selbstgewählt und die Strassen sind wirklich hervorragend. Doch in Japan sein ohne zumindest einmal mit einem Nozomi-Shinkansen gefahren zu sein, das gehört sich einfach nicht. Unser Fazit: Eine solche Zugfahrt ist wie eine Busfahrt in Südamerika – nur mit komplett umgekehrten Vorzeichen.

von uns für dich!

Was denkst du, wie oft haben wir wegen dem Shinkansen-Gucken unseren eigenen Zug verpasst? Hinterlasse dein Tipp als Kommentar, unter allen Mitmachenden verlosen wir das absolute Must-Have-Accessoire, aus Tokyo. Unser Geschenk, per Post direkt zu dir nach Hause – kein Witz!

Man könnte monieren, dass andere Nationen noch schnellere Züge bauen. Das haben wir hier selbst erlebt. Doch in Japan geht’s nicht ums Prestige. Es geht um den Massentransport. Jährlich befördern die Shinkansen 140 Millionen Passagiere. Alles ist bis ins kleinste Detail durchorganisiert. ALLES! Durchschnittliche Verspätung: 24 Sekunden.

Poison, Poison, Tasty Fish


Wir nennen ihn Kugelfisch, die Japaner Fugu. Wir kennen ihn aus dem Zoo, die Japaner als Delikatesse. Das Problem beim letzteren: Der böse Fugu kann sich nicht nur mächtig aufblasen, er kann auch mächtig giftig sein. Daher bekommen in anständigen Restaurants nur jene Köche ein Fugu Hiki (spezielles Fugu-Messer) in die Hand, welche eine zweijährige Ausbildung zum „Master of Arts in Fugu“ (o.ä.) erfolgreich abgeschlossen haben. Der Ausbildungszwang hat seine Wirkung offenbar nicht verfehlt, heute überleben die meisten Gäste eine Fugu-Mahlzeit. Wir auch. Gut so!

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