Chile

Zwischen Eis und Wüste

Chilenisches Seengebiet

Während das südliche Chile von Eismassen dominiert wird, regiert hoch oben im Norden die Wüste. Dazwischen hat Chile aber natürlich noch einiges mehr zu bieten. Schliesslich erstreckt sich die Nord-Süd-Ausdehnung auf über 4’300km! Nördlich von Patagonien verbrachten wir etwas mehr als zwei Wochen in einem riesigen Seengebiet, wo es Nationalparks und Vulkane zu bestaunen gibt. Obwohl sich das Wetter nur selten von der Sonnenseite zeigte, waren wir tagsüber trotzdem ziemlich aktiv. Doris schlug sich tapfer bei ganztägigen Bikeausflügen im strömenden Regen und als treue Begleiter erwiesen sich dabei einmal mehr die streuenden Hunde, welchen das Hundewetter nichts auszumachen schien. Daneben waren wir viel zu Fuss unterwegs. Wir lernten, dass in dieser Gegend der letzte sogenannte „kalte Regenwald“ (jaja, Sachen gibts…) der südlichen Hemisphäre liegt. Mit einer Vielzahl an Bäumen, Sträuchern, Bambus, Farnen, Moosen, Lianen, Flechten, Gräsern und Kräutern wurde er natürlich von uns erkundet.

Am Abend genossen wir jeweils die Gastfreundschaft der Chilenen (zum Zelten war es uns nun definitiv zu nass) und lernten neue, spannende Leute kennen, wie beispielsweise die Jungs von Chili con KAYAK.

Eine Vulkanbesteigung sollte auch nicht fehlen. Aufgrund des stürmischen Wetters war an einen Aufstieg aber für lange Zeit nicht zu denken. Schliesslich zeichnete sich just am Tage des Weltunterganges ein Zeitfenster ab, an welchem die Tour machbar sein sollte. Ausgerüstet mit Helm, Steigeisen und Eispickel nahmen wir am besagten Morgen den Aufstieg in Angriff. Komischerweise hatte das halbe Dorf dieselbe Idee 😉 Zuerst führte die Route durch Lavaerde bevor wir die Schneegrenze erreichten. Ab hier ist ein Grossteil des Vulkans vergletschert und somit war es an der Zeit, die Steigeisen zu montieren. Obwohl unterwegs noch starke Windböen einsetzten, erreichten wir nach kaum 6h den Gipfel, äh besser, den Krater. Der Vulkan ist offenbar noch nicht ganz zur Ruhe gekommen und so steigt konstant weisser Rauch auf, der übel nach Schwefel riecht. Michu vollbrachte das Kunststück, dem rauchenden Krater ein Handschuh zu opfern. Doch war es wohl gerade diese Opfergabe, welche die Mayas zur Beruhigung brachte und die Welt nun nicht untergehen musste. Die Kraft der Vulkane spürten wir ebenfalls am Folgetag, als 300km weiter nördlich über 2‘000 Personen evakuiert wurden, da der Copahue-Vulkan damit drohte, mehr als nur schwarzer Rauch auszustossen.

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