Chile

Stadtleben

Santiago
Als Abwechslung suchten wir wiedermal eine Grossstadt auf. In der Hauptstadt von Chile, fühlten wir uns unter den rund 5-6 Millionen Einwohnern sofort wohl. Das sind etwa 40 Prozent der chilenischen Bevölkerung – ihr könnt euch also etwa vorstellen wie gottverlassen es in anderen Regionen dieses Landes ist! Die Woche durften wir bei Armin und seiner Frau Marcel in einer Studentenwohnung verbringen. Nicht nur haben sie uns mit super Tipps versorgt, nein, das Institut Chileno Suizo von Armin liegt auch noch in der coolsten Strasse von Santiago 🙂 Wir genossen die Tage in der von Hügeln und Bergen umgebenen Stadt mit Spaziergängen in den Parks, Aufenthalten in lustigen Cafés und Bars und lernten dabei allerlei Neues über uns noch unbekannte Seiten von Chile, Santiago und deren Bevölkerung.

Valparaiso
Neujahr verbrachten wir in der Küstenstadt Valparaiso. Das tut so ziemlich jedermann in Chile. Schliesslich gibt es hier laut den Chilenen das grösste Feuerwerk von … [bitte wahlweise Chile, Südamerika oder Welt einsetzen]. Auf jeden Fall war es ein riesiges Strassenfest, mit ausgelassener Stimmung, welches auch die zurückhaltenden Gemüter von uns zwei Schweizern in Wallungen versetzte 😉 An den Folgetagen liessen wir die Stimmung von Valpo noch auf uns wirken. Die Ortschaft hat die besten Zeiten zwar hinter sich, weil die strategische Bedeutung des Hafens seit der Eröffnung des Panamakanals massiv abgenommen hat. Valparaiso fasziniert jedoch mit den unglaublich vielen, bunten Häusern, welche die rund 27 Hügeln der Stadt säumen. Der hemmungslose Gebrauch von Farbe prägt hier den Baustiel. Aber längst sind nicht alle Farben leuchtend, genauso gehören auch die abblätternden, rostigen Töne zum Stadtbild. Es gibt endlos viele Treppen und rund 30 Aufzüge (Asecoren), welche die verschiedenen Hügeln besser erschliessen. Die Lifte stammen alle aus der Zeit von 1883-1916. Während unseres Besuchs waren davon noch 7 in Betrieb. Die restlichen 23 Aufzüge warten auf Ersatzteile, haben gerade keine Lust zum Fahren, suchen einen neuen Käufer oder sind einfach sich selbst überlassen. Die Benutzung der Lifte ist ziemlich unterhaltsam und bei der wackelnden, knarrenden Fahrt sollte man besser nicht zu sehr durch die vielen Löchern im Fussboden schauen 🙂

the other side
Wir schreiben hier meistens von den schönen Seiten des Reisens. Natürlich kriegen wir auch viel mit, was nicht gefällt. Chile gehört zwar zu den „entwickeltsten“ Ländern auf dem Kontinent, was jedoch zu einem beachtlichen Teil darauf zurückzuführen ist, dass es seine Ressourcen zu schnellem Geld macht. In Chile gibt es eines der weltweit grössten Gefälle zwischen Arm und Reich (Gini-Koeffizient von 54). Die enorme Konzentration des Vermögens zeigt sich beispielsweise darin, dass 47 Prozent der an der Börse von Santiago gehandelten Werte in der Hand von nur vier Familien liegen. Eine davon ist jene des aktuellen Präsidenten…

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