Brasilien

Paulistos und Cataratas

Unser Reisestart gestaltete sich etwas schwieriger als erhofft. Am Check-In in Zürich wollte uns die Dame zuerst nicht auf den Flieger nach Sao Paulo lassen, da wir kein Ausreiseticket aus Brasilien vorweisen konnten. Wir hatten uns bei der Reiseplanung mal grob mit dieser Problematik beschäftigt, dachten jedoch, dass es in Südamerika keine grosse Rolle spielt, da die Einreisevorschriften für Europäer nicht besonders streng sind. In unserer misslichen Lage und nach einigem hin und her am Check-In-Schalter erwähnten wir den Weiterflug nach Iguazu (allerdings mit Zielflughafen auf der brasilianischen Seite). Worauf die Dame antwortete: „ahh si händ also gliich es Usflugbillett und gönd nachher richtig Argentiniä“. Wir nutzten die Gunst der Sekunde und antworteten mit „jaja“, suchten das entsprechende Papier und schwenkten es aus der Ferne. Die Dame gab sich endlich zufrieden und nun waren auch wir ready for take off. In Brasilien angekommen, interessierten sich die Grenzbeamten (wie vermutet) natürlich keinen Dreck um unsere Aus- /Weiterreise 🙂

Sao Paulo ist eine monströse und vielschichtige Stadt in deren Gebiet rund 20‘000‘000 Menschen leben. Ja wirklich, die Stadt ist seeehr gross. In den Aussenbezirken herrschen vielerorts bitterarme Verhältnisse, während das Zentrum Heimat diverser Geschäftsviertel und auch einiger nobleren Ecken ist. Das Gefälle zwischen Arm und Reich ist (wie in einem Schwellenland zu erwarten war…) enorm und Kriminalität ist somit ein Thema. So wurde es nun z.B. Autofahrern offiziell erlaubt in der Nacht Rotlichter zu ignorieren, sofern kein Verkehr herrscht. Mit dem Ziel, Überfälle an Ampeln zu reduzieren… Sao Paulo ist, obschon sich die Einwohner liebevoll als „Paulistos“ bezeichnen, wohl kein Ort in den man sich innert Tage verlieben kann – interessant war es aber allemal.

Weiter ging es für uns nach Foz do Iguazu. Hier befinden sich die weltberühmten Cataratas (Wasserfälle). Wir hatten uns dafür ein billiges Flugticket ergattert – der Hacken: Ankunftszeit war 1.45 Uhr in der Nacht. Daher übernachteten wir gleich im Flughafen. Die Fulltime Bohemians haben es nicht immer bequem 😉

Die Cataratas strecken sich über brasilianisches und argentinisches Grenzgebiet. Beide Seiten sind unbeschreiblich und suchen seinesgleichen. Es ist ein gewaltiges Naturschauspiel, denn auf einer Länge von 3 Kilometer befinden sich rund 270 Wasserfälle!

Wer Doris kennt, weiss, dass immer Tiere gefunden werden müssen. An den Cataratas kamen wir auf unsere Kosten. Sogar einen Tukan haben wir entdeckt und die Angriffe der verfressenen Nasenbären haben wir erfolgreich abgewehrt…

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