Reisevorbereitung

Bevor es losgeht: Teil 3 – Impfungen

Piiiiiks, ja auch das gehört dazu. Habt ihr gewusst, gegen was man sich alles impfen kann!? Zum Glück hatten wir einen kompetenten Arzt von der Poliklinik für Infektiologie am Inselspital der mit uns sinnvolle und weniger sinnvolle Impfungen besprochen hat. Dieses Thema sollte man besser rechtzeitig angehen, da es teilweise bis zu 4 Spritzen gibt, bis der gewünschte Langzeitschutz da ist. Im Prinzip geht es um folgendes – oder besser: folgendes konnten sich der BWL‘er und der Sozi merken:

  • Tollwut: Wird durch Speichel und andere Körperflüssigkeiten von infizierten Säugetieren übertragen. Wenn die Krankheit ausbricht, ist Feierabend. Sie verläuft in 100% der Fälle tödlich.
  • Gelbfieber wird durch Stechmücken übertragen. Die Krankheit kommt in Teilen Südamerikas und Afrikas vor. Die Impfung hat einen hohen Schutzfaktor und ist für die Einreise in einige Länder sogar obligatorisch. Ob das wirklich kontrolliert wird? Wohl eher nicht, aber wir werden sehen… Gemacht haben wir die Impfung jedenfalls und im WHO-Ausweis gab es dafür ein nettes, weiteres „Stämpeli“
  • Denguefieber (auch Knochenbrecherfieber genannt) ist die weltweit häufigste durch Insekten übertragene Infektionskrankheit. Die Mücken stechen aus tagsüber und die Infektionszahlen haben sich von 1960 bis 2010 verdreissigfacht. Denguefieber führt zu sehr hohem Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Hautausschlägen. Gegen diese Tropenkrankheit gibt es aktuell keine Impfung. Jährlich geht man von bis zu 100 Millionen Ansteckungen aus, wovon ca. 20‘000 tödlich verlaufen.
  • Japanische Enzephalitis: Wird durch Stechmücken, welche abends/nachts stechen, in Asien übertragen. Plötzlicher Beginn von Fieber und Kopfschmerzen sind der Anfang. Im Verlauf können Hirnhaut- und Hirnentzündung auftreten. Aktuell wird die Impfung nur für Langzeitreisende empfohlen, da das Risiko auf 1 zu 1‘000‘000 Reisende und Jahr geschätzt wird.
  • Starrkrampf (Diphtherie): Wird durch Bakterien bei Wundverletzungen übertragen und führt zu Muskelstarre sowie Muskelkrämpfen. Auffrischung regelmässig erwünscht!
  • Typhus: Wird durch Bakterien in verunreinigtem Essen und Wasser übertragen. Der Wirkstoff wird als Schluckimpfung oder Injektion aufgenommen. Wir haben uns für die Spritze entschieden, da die Wirkung so länger anhalten wird (3-4 Jahre). Im Gegenzug muss man eine Erklärung unterschreiben, dass man begriffen hat, dass der herstellende Pharmakonzern aus Kostengründen keine offizielle Freigab bei Swissmedic beantragt hat… Sehr vertrauenswürdig 😉 Dito bei der Japanischen Enzephalitis
  • Masern Mumpf Röteln: Da anscheinend der damalige Impfstoff in den 90er Jahren (ja das waren noch wilde Zeiten) nichts gebracht hat, durften wir uns nochmals impfen lassen.
  • Kinderlähmung: Sind Viren, welche die Nerven des Rückenmarks befallen und zu Lähmung führt. Eine Auffrischung wird für Fernreisende empfohlen.
  • Malaria ist ebenfalls ein grosses Thema. Nebst Afrika, Indien und Asien ist die durch Mücken übertragene Krankheit auch im Amazonasgebiet in Südamerika aktiv. Für Gebiete mit hohem Übertragungsrisiko wird eine Chemoprophylaxe empfohlen. In den übrigen Gebieten reicht oft ein Standby-Notfallmedikament. Ein solches haben wir mit dabei. Es hört auf den klingenden Namen „Malarone“. So könnte auch eine Schokolade heissen…

Das sind so die populäreren Reisekrankheiten, über welche man sich sicher mal Gedanken machen muss. Interessant ist noch zu wissen, dass die meisten verfügbaren Impfungen keinen vollständigen Schutz gegen die entsprechende Krankheit bieten. Man kauft sich damit lediglich ein längeres Zeitfenster um mit der Behandlung beginnen zu können.

Was haben wir sonst noch gelernt? Fieber und Gelenkschmerzen sind die klassischen Symptome von allen unbedeutenden Grippen/Erkältungen und gleichzeitig auch von allen gefährlichen Tropenkrankheiten – bravo!

Bis sich unsere klinisch sauberen Bäuche an die etwas härteren Bedingungen gewöhnt haben, kann man sich fürs Essen an folgende allgemeine Faustregel halten: cook it, boil it, peel it or forget it.

Gute Infos zur Reisemedizin gibt es auch bei OSIR. Und weil es in diesem “Post” um Medizin ging, darf natürlich folgendes nicht fehlen: Die fulltime bohemians übernehmen kein Gewähr für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Die publizierten Angaben können den fachkundigen Rat von Arzt und Apotheker in keinem Fall ersetzen 😉

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